<h4>Chapter 850: Kein tz auf der Welt (Kap.851)</h4>
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Ein paar Stunden sp?ter war Neveah immer noch in ihre Gedanken versunken. Doch der rheit war sie nicht n?her als in der vergangenen Nacht.
Alles, was sie hatte, waren weitere Fragen. Das rubinrote Ungeheuer von letzter Nacht lie? sie nicht los. Der Blick in seinen Augen ... diese Emotionen, sie hatten mit einer Bestie nichts gemein.
Man k?nnte fast wagen zu behaupten, es sei menschlich gewesen. Aber was verstand sie schon von solch einem m?chtigen und furchterregenden Wesen? Konnte sie wirklich ihren Instinkten in dieser Sache trauen?
Neveah ahnte, dass sie ihre Antworten erst bekommen würde, wenn sie dem Biest erneut begee. Dieses Mal würde sie sich nicht zurückhalten. Dieses Mal würde sie re Antworten vengen – um jeden Preis.
Pl?tzlich durchzuckte ein dumpfer, kalter Schmerz Neveahs Schl?fe. Sie zuckte sichtbar zusammen und griff nach ihrem Kopf, aber die Berührung brachte keine Erleichterung.
Neveah atmetengsam und zitternd aus.
Sie hatte das Tonikum ausgeschüttet, und doch war der Schmerz gekommen. Aber es war nicht wie das benommene, stechende Brennen vom Tonikum... es war anders.
Es war ein tiefer, alles durchdringender Schmerz, der sich in ihre Knochen bohrte – kein Schmerz, der einen zum Aufschrei zwang, sondern einer, der ihr das Sprechen und sogar das Schreien unm?glich machte.
Eine Qual, so tief, dass sie ihr jegliche Erkl?rung entzog. Jenseits allem, was sie begreifen konnte. Da erwischte sie sich dabei, sich nach dem scharfen, stechenden Schmerz zu sehnen ... wenigstens war der vertraut. Wenigstens dieser Schmerz h?tte sie in die Bewusstlosigkeit gezwungen.
Doch das hier ... begann wie ein zersetzender Kopfschmerz und wuchs zu einer Qual, die aus dem innersten Kern ihres Seins zu stammen schien. Als wolle ihre Seele krampfhaft nach au?en brechen, um das Leben zurückzugeben, das sie sich irgendwie erk?mpft hatte.
Neveah w?lzte sich auf dem Bett und vergrub das Gesicht im Kissen. Sie presste die Z?hne aufeinander, Schwei? tr?nkte die Laken. Die F?uste geballt,
Aber sie konnte nicht schreien. Sie wollte nicht. Alles, was sie tun konnte, war, den Schmerz auszuhalten und zu hoffen, dass die Erleichterung so schnell kam wie der Schmerz selbst.
Doch das tat sie nicht. Es musste über eine halbe Stunde vergangen sein – doch für Neveah war es eine Ewigkeit in den Tiefen der Verdammnis, wo Seele und Geist geh?utet wurden.
Ein ppern an der Tür lenkte Neveahs Aufmerksamkeit auf sich. Hastig sog sie die Luft ein und drehte sichngsam um.
Gibt es einen schlechteren Zeitpunkt ...?
Der Türknauf pperte erneut. Sie musste nicht fragen, um zu wissen, wer da stand. Die Pr?senz war unverkennbar – unheimlich ... und dieser Geruch nach Tod.
?Alessio ...?, dachte sie ver?chtlich.
Er hatte sie den ganzen Morgen in Ruhe gssen, wie sie es vengt hatte. Aber sie hatte gewusst, dass er nicht allzunge fernbleiben würde.
Neveah lie? sich tief ins Bett sinken und schloss die Augen. Sie zwang sich, den Schmerz auszublenden und alle Konzentration auf ihre ruhige Atmung zu legen.
Die Tür knarrte. Sie bewegte sich nicht. Es war nicht einmal gespielt, so sehr schmerzten ihre Muskeln.
Sie h?rte seine Schritte, erst als er direkt neben dem Bett stand, blieben sie stehen.
Neveah war sich sicher, dass sie ss und kr?nklich aussah, mit schwei?nasser Stirn und durchtr?nkten Laken.
Zu einer anderen Zeit h?tte Alessio ihren Zustand vielleicht merkwürdig gefunden. Aber die Nebenwirkungen des Kr?utertonikums waren fast identisch. Selbst Stunden nach der Einnahmeg sie unruhig und bewusstlos – manchmal den ganzen Tag.
Snge sie ihre Atmung kontrollierte, würde er nicht merken, dass sie bei Bewusstsein war und das Tonikum gar nicht genommen hatte.
Und sollte er es doch herausfinden, wusste Neveah nicht, was er tun würde. Aber bis zur Mondzeremonie durfte sie kein Risiko eingehen.
Der Anblick musste Alessio beruhigt haben, denn ein weiteres Paar Schritte n?herte sich.
Das musste Karan sein. Neveah erkannte ihn am ng.
?Wienge wird sie diesmal bewusstlos sein?“, fragte Alessio, und best?tigte, dass wirklich Karan mit ihm hier war.
?Schwer zu sagen“, erwiderte Karan tonlos. ?Letztes Mal dauerte es einen ganzen Tag und auf deine Anweisung habe ich die Dosis verdreifacht. Also – ein paar Tage? Für immer? ... Wir werden es sehen.“
Neveahs Herz stolperte. Sie zwang sich zur Ruhe. Kein einziges Zeichen durfte sie verraten. Alessio hatte scharfe Sinne, das war ihr mehr als r ... und wie extrem vorsichtig sie sein musste, wenn sie ihnen jemals entkommen wollte.
Und dass ihr all diese Antworten so instinktiv kamen, lie? sie fragen, was für eine Frau sie wohl früher gewesen war.
?Ich habe dich nie gebeten, ihr weh zu tun, Karan“, zischte Alessio. ?Ich wollte sie bis zur Mondzeremonie im Scf halten. Dort – vor dem gesamten Rudel – werden wir gebunden und verm?hlt.“
?Du willst sie markieren?!“ fuhr Karan auf. ?Wei?t du überhaupt, was das bedeutet? Ich habe einen ganzen Monat damit verbracht, deine Launen zu bedienen, nicht damit du jetzt alles zerst?rst, nur weil sie dich nicht ins Bett l?sst.“
Alessios drohendes Knurren hallte durch den Raum.
Karan sog scharf die Luft ein. ?H?r zu, Alessio. Du hast mich beauftragt, dafür zu sorgen, dass sie ihre Erinnerungen nie zurückbekommt – und es gibt nur einen Weg: ihren Wolf dauerhaft in Scf zu versetzen.“
?Genau dafür habe ich das Tonikum entwickelt. Es hat ihren Wolf all die Zeit von ihr ferngehalten. Aber das Markieren wird eine Bindung erzwingen, die weit über ihr Menschsein hinausgeht. Es k?nnte ihren Wolf erwecken.“
?Es ist keine erzwungene Bindung“, knurrte Alessio. ?Sie geh?rt mir! Sie hat immer mir geh?rt!“
Karan schnaubte ver?chtlich. ?Sch?n w?r’s. Aber als wir sie fanden, gab es kaum noch eine Verbindung zwischen euch, das Band war l?ngst zerfallen. Das Schicksal, das ihr geteilt habt, ist vorbei, Alessio.“
?Und auch wenn dir das schwerf?llt – ich tue nicht so, als w?re es anders. Mir sind die ubenss?tze der W?lfe egal, aber nach allem, was ich wei?, verst??t du damit gegen jedes Grundprinzip deiner Art.“
Lange herrschte Schweigen. Neveahs F?uste pressten sich noch fester, sie zwang sich zur Beherrschung.
?Ja. Mir ist r, das Markieren k?nnte ihren Wolf erwecken. Aber offensichtlich wirkt dein Tonikum nicht mehr ... sie f?ngt an zu zweifeln“, warf Alessio vor. ?Du hast versprochen, das Mittel würde alles regeln!“
Karan seufzte. ?Du hast mir nicht gesagt, dass ihre Mutter sie mit giftigen Kr?utern und Giften gro?gezogen hat! Wei?t du überhaupt, wie stark die Immunit?t des M?dchens dadurch ist? Sie passt sich nach jeder Dosis sofort an die neue Wirkst?rke an. Ich musste jedes Mal nachlegen, inzwischen ist es so potent, dass sogar ein Wolf deines Standes daran sterben würde – nur um diese Effizienz zu erreichen!“
?Du wei?t doch, was das letzte Mal passiert ist ...“ Karan brach ab.
?Was ist beim letzten Mal passiert?‘ fragte sich Neveah.
?Noch mehr davon – und sie ist wirklich tot! Ich habe nie behauptet, jemanden t?ten zu wollen... das Kind war schon zu viel!“
Neveahs Blut gefror. Ihr Herz sackte ihr in den Magen. Das Kind ... war tot? Das Kind, von dem er immer sprach? Das Kind, das er um jeden Preis retten wollte ... war l?ngst gestorben?
Alessio knurrte gef?hrlich leise. ?Habe ich mich nicht deutlich genug ausgedrückt, dass das nie wieder erw?hnt werden darf?“
Karan brummte. ?Schon gut. Entschuldigung. Aber das hier l?uft aus dem Ruder. Unsere Abmachung betraf einzig die Heilung von Eira, im Austausch gegen meine Freiheit. Mehr habe ich nie zugesagt.“
Es folgte ein kurzes Schlurfen, ein Knall – und dann der metallische Geruch von Blut ... Jemand war verletzt.
?Unsere Abmachung ist, was ich sage, Karan“, zischte Alessio. ?Du tust, was ich will, oder ich erspare dir nicht mal den schnellen Tod durch meine eigene Hand ... ich werde dich deinen Feinden bei den südlichen Covens vorwerfen und sehen, was sie aus dir machen.“
?Und du hast mir versichert, dass Eiras Zauber nur Anwesenheit von zwei braucht, damit er wirkt. Ich habe alles besorgt – warum ist sie immer noch eingefroren?!“
Karan grunzte. ?Ich brauche mehr Zeit. Der Zauber ist komplizierter als gedacht.“
?Du hast Zeit bis zur Mondzeremonie. Wenn ich Eira halte, wird es keine Rolle mehr spielen, ob Veahs Erinnerungen zurückkehren oder nicht ... sie wird mir alles geben, was ich venge – sogar ihr Leben.“
Karans Schritte entfernten sich, hielten aber inne. ?Ich mache, was du sagst, Alessio. Aber wisse eins: Wer sich ein zu tiefes Grab schaufelt, findet darin sein Ende.“
Dann war er weg. Kurz darauf verlie? auch Alessio den Raum.
Die Türen schlossen sich – erst da liefen Neveah die ersten Tr?nen über die Wangen.
Das Kind war tot ... das bedeutete, es hatte existiert. Und sie hatte versagt, ihn zu beschützen ...
Sie hatte versagt ...
Sie hatte ihr Kind nicht mehr. Sie hatte ihre Erinnerungen verloren. Sie wusste nicht, wer sie war, wo sie hingeh?rte ... sie hatte nichts.
Ihr Herz zog sich schmerzhaft zusammen, der unterdrückte Schmerz rollte in einer neuen, st?rkeren Welle über sie hinweg.
Doch all das war nichts gegen die Leere, die sich in ihr ausbreitete.
Sie drehte sich auf dem Bett um, biss sich in den Arm, w?hrend ihre Schultern zitterten und dumpfe Schluchzer sie erschütterten.
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